Hummeln in Deutschland: Stechen Hummeln?

Hummeln in Deutschland: Stechen Hummeln?

Kurzüberblick

  • Stechen Hummeln? Ja, Weibchen (Arbeiterinnen & Königinnen) haben einen Stachel, stechen aber nur bei starker Bedrohung. Kein Widerhaken, der Stachel bleibt daher nicht stecken.

  • Beißen Hummeln? Sie können zwicken (Mandibeln), aber Bissverletzungen an der Haut sind selten.

  • Hummelnest: In der Natur unterirdisch (verlassene Mäusenester), aber auch oberirdisch (z. B. in Nistkästen).

  • Machen Hummeln Honig? Ja, aber nur kleine Vorräte für den Nachwuchs – nicht erntbar.

Verbreitete Hummelarten in Deutschland: Dunkle Erdhummel, Ackerhummel, Wiesenhummel, Gartenhummel, Baumhummel, Steinhummel, Waldhummel, Grashummel, Kuckuckshummeln.

Inhalt

  1. Hummeln stechen oder beißen?

  2. Haben Hummeln einen Stachel?

  3. Wie sieht ein Hummelnest aus – und wo leben Hummeln?

  4. Hummelarten in Deutschland (bestimmen & erkennen)

  5. Hummelkönigin erkennen

  6. Was essen Hummeln – machen Hummeln Honig?

  7. Wie lange leben Hummeln?

  8. Hummel vs. Biene vs. Wespe: Der Unterschied

  9. Sind Hummeln gefährlich? Rechtliches & Rücksicht im Garten

  10. Häufig gestellte Fragen

 

1) Hummeln stechen oder beißen?

Können Hummeln stechen? Ja!

Sticht eine Hummel häufig? Nein! 

Hummeln sind friedfertig und stechen nur bei massiver Bedrängung, z. B. wenn das Nest stark erschüttert, gequetscht oder blockiert wird.

Können Hummeln beißen?
Hummeln besitzen Mandibeln (Kiefer), mit denen sie Nistmaterial formen und andere Arbeiten durchführen können. Ein „Biss“ in die menschliche Haut ist selten und eher ein kurzes Zwicken, deutlich harmloser als ein Stich.

Hummelstich – was tun?

  • Kühlen (kalter Umschlag).

  • Nicht kratzen

  • Bei starken allergischen Reaktionen (Atemnot, Kreislaufprobleme): sofort ärztliche Hilfe.

In der Regel sind Hummelstiche allerdings deutlich harmloser als Stiche von Honigbienen oder Wespen. Ebenfalls kommen sie deutlich seltener vor.

 

2) Haben Hummeln einen Stachel?

Ja, aber nur die Weibchen. Stachel einer Hummel ist glatt (ohne Widerhaken), deshalb bleibt er nicht stecken. Hummeln verteidigen vor allem das Nest; im Blütenbesuch sind sie nahezu ungefährlich.

 

 

3) Wie sieht ein Hummelnest aus und wo leben Hummeln?

Hummelnest: Wirkt polsterartig, aus Moos, Gräsern, Tierhaaren; innen Wachsgefäße für Pollen und „Honig“.

Standorte:

  • Unterirdisch: verlassene Mäusenester, Kompostbereiche, Erdlöcher

  • Oberirdisch: Nistkästen, Holzschuppen, Vogelnistkästen gedämmte Hohlräume

 

4) Hummelarten in Deutschland

Häufige Arten

  • Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) – gelbe Binden, schwarzer Körper, weißer Hinterleib: oft als „schwarze Hummel“ wahrgenommen.

  • Ackerhummel (B. pascuorum) – bräunlich-rostrote Behaarung.

  • Wiesenhummel (B. pratorum) – klein, gelbe Binden, orangerotes Hinterleibsende.

  • Gartenhummel (B. hortorum) – sehr langer Rüssel, mehrere gelbe Binden.

  • Baumhummel (B. hypnorum) – braune Thorax-Behaarung, schwarzer Hinterleib mit weißem Po.

  • Steinhummel (B. lapidarius) – tiefscharz mit leuchtend rotem Hinterleibsende.

  • Waldhummel (B. sylvarum) – zart gezeichnet, eher selten.

  • Grashummel (B. ruderarius) – dunkel, mit rötlicher Spitze.

  • Feldhummel (B. humilis) – helle Bänder, variabel

  • Kuckuckshummeln (z. B. Bärtige Kuckuckshummel Psithyrus barbutellus) – legen Eier in fremde Nester, bauen kein eigenes Volk auf.

5) Hummelkönigin erkennen

  • Größe: Frühjahrsköniginnen sind deutlich größer und kräftiger als Arbeiterinnen.

  • Zeitpunkt: Sehr früh im Jahr (oft schon ab Februar/März) bei niedrigen Temperaturen unterwegs.

  • Verhalten: Sucht Bodenhöhlen oder Nistplätze, fliegt bodennah in Zickzack.

  • Artenmerkmale: Wie oben, nur größer und oft voller behaart.

 

6) Was essen Hummeln – machen Hummeln Honig?

  • Ernährung: Nektar als Energiequelle, Pollen als Eiweiß für Brut.

  • Honig: Hummelvölker legen kleine Nektarvorräte in Wachsgefäßen an – umgangssprachlich „Honig“. Nicht lagerfähig, nicht zur Ernte geeignet.

  • Blütenbesuch: Je nach Art kurz- oder langrüsselig; Hummeln sind wichtige Bestäuber im Garten.

7) Wie lange leben Hummeln?

  • Arbeiterinnen: meist 2–6 Wochen.

  • Männchen (Drohnen): wenige Wochen.

  • Königin: schlüpft im Spätsommer, überwintert und kann insgesamt bis zu ~1 Jahr alt werden.

  • Völker: einjährig; überwintern nur die neuen Königinnen.

 

8) Hummel vs. Biene vs. Wespe: Der Unterschied

  • Hummel vs. Biene: Hummeln sind kräftiger, dichter behaart, brummen tiefer; Sanftmut ähnlich Honigbienen, aber Nestverteidigung möglich.

  • Hummel vs. Wespe: Wespen sind glatter, gelb-schwarz, wendiger und nahrungsfrech am Tisch; Hummeln meiden Süßspeisen am Menschen.

  • Stachel: Hummeln ohne Widerhaken, Honigbienen mit Widerhaken, Wespen ohne Widerhaken.

9) Sind Hummeln gefährlich? Rechtliches & Rücksicht im Garten

  • Gefährlich? In der Regel nein. Hummeln sind friedlich, sticheln nur in Not.

  • Naturschutz (Deutschland): Hummeln gelten als geschützt. Nester nicht zerstören, nicht umsetzen. Bei Problemen lieber fachlichen Rat einholen.

  • Praktische Tipps:

    • Flugloch nicht verstellen, Nestbereich nicht erschüttern.

    • Blühpflanzen (Frühjahr bis Herbst) anbieten: Weiden, Lungenkraut, Taubnesseln, Disteln, Klee, Katzenminze, Lavendel u. v. m.

    • Strukturen lassen: Totholz, Laubhaufen, Mausgänge nicht überall verfüllen.

    • Chemie im Garten meiden.

 

10) FAQ

  1. Können Hummeln stechen? Ja, aber selten.
  2. Haben Hummeln Stacheln? Weibchen ja, ohne Widerhaken.
  3. Hummeln stechen oder beißen? Stich zur Verteidigung möglich; Biss selten und harmlos.
  4. Wie sieht ein Hummelnest aus? Polsterartig mit Wachsgefäßen, oft unterirdisch.
  5. Wo leben Hummeln / wo wohnen Hummeln?Erdhöhlen, Nistkästen, Hohlräume.
  6. Hummelkönigin erkennen?Größer, früh im Jahr, Nest-Suchflug.
  7. Machen Hummeln Honig? – Ja, aber nur kleine Vorräte die nicht geerntet werden können.