Wildbienenarten: Welche Bienenarten gibt es? Wie viele Bienenarten gibt es?

Wildbienenarten: Welche Bienenarten gibt es? Wie viele Bienenarten gibt es?

Dieser Beitrag ordnet die Wildbienenarten weltweit ein, erklärt kurz, welche Bienenarten es gibt, und beantwortet präzise die Frage „Wie viele Bienenarten gibt es?“ – anschließend folgt der Fokus auf Mitteleuropa und speziell Deutschland, inklusive praktischer Hinweise für Garten und Balkon.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Weltweit sind rund 20.000 Bienenarten beschrieben; in Europa ca. 2.000, in Deutschland rund 600.

  • Der überwiegende Teil sind Wildbienenarten – meist solitär lebend, mit sehr unterschiedlichen Nist- und Sammelstrategien.

  • Welche Bienenarten gibt es? Kurz: Honigbienen, Hummeln, sehr viele Wildbienen (z. B. Mauer-, Sand-, Schmal-, Blattschneider-, Pelz- und Seidenbienen) sowie Kuckucksbienen.

  • Wespen & Hornissen gehören ebenfalls zu den Hautflüglern – werden hier aber nicht vertieft.

Welche Bienenarten gibt es? (Weltweit)

Praktisch unterscheidet man drei große Gruppen: Honigbienen (staatenbildend, mehrjährig), Hummeln (soziale, meist einjährige Völker) und die enorme Vielfalt der Wildbienenarten, die überwiegend solitär leben. Ergänzt wird das Bild durch Kuckucksbienen, die ihre Eier in die Nester anderer Arten legen. Diese Vielfalt verteilt sich auf sieben zentrale Familien:

  1. Apidae 
  2. Megachilidae 
  3. Andrenidae 
  4. Halictidae 
  5. Colletidae
  6. Melittidae 
  7. Stenotritidae

 

Taxonomische Hierarchie am Beispiel einer Rostroten Mauerbiene

(Vereinfachte Grafik zur Veranschaulichung; Taxonomie im Detail deutlich komplexer)

 

Wie viele Bienenarten gibt es? 

Global sind aktuell etwa 20.000 Arten beschrieben. Für Europa werden rund 2.000, für Deutschland ca. 600 Arten angegeben – inklusive zahlreicher Hummelarten. 

 

Wildbienenarten weltweit: Warum es so viele gibt

Die große Zahl an Wildbienenarten ist Ergebnis der Ko-Evolution mit Blütenpflanzen. Unterschiede zeigen sich in Lebensweise (solitär bis sozial), Nahrungsspektrum (Generalistinnen vs. Spezialistinnen), Nistweise (Boden, Hohlräume, Pflanzenstängel, Lehm) und Flugzeiten über das Jahr. Diese Diversität stabilisiert die Bestäubung – verschiedene Arten übernehmen je nach Wetter, Saison und Blühfenster unterschiedliche Rollen.

 

(Die Große Hosenbiene (Dasypoda hirtipes) fällt durch ihre auffälligen Pollenhöschen an den Hinterbeinen auf, mit denen sie Blütenstaub für den Nachwuchs sammelt)

Wildbienenarten in Mitteleuropa und Deutschland

Mitteleuropa bietet ein Mosaik aus Wiesen, Hecken, Wäldern, Flussauen, Obstbau und Siedlungen – entsprechend breit sind Nist- und Nahrungsoptionen. Viele Arten benötigen offene, sandige Bodenstellen, andere besiedeln Hohlräume in Totholz oder Mauern, wieder andere nutzen markhaltige Stängel. Frühjahrsarten profitieren von Weiden und Obstblüte, Sommerarten von Korb- und Lippenblütlern (z. B. Flockenblumen, Salbei, Thymian, Dost); Spätflieger finden Pollen u. a. an Efeu.

In Mitteleuropa lassen sich Vertreter fast aller großen Bienenfamilien beobachten. Besonders auffällig sind Arten der Bauchsammlerbienen (Megachilidae), zu denen unter anderem Mauerbienen, Wollbienen und Blattschneiderbienen gehören. Auch die Sandbienen (Andrenidae) sind weit verbreitet und graben ihre Nester in den Boden. Die artenreiche Familie der Furchenbienen (Halictidae) zeigt sich oft an unscheinbaren Blüten und arbeitet eher unauffällig. In die Familie der Echten Bienen (Apidae) fallen viele bekannte Bestäuber, etwa Hummeln und Honigbienen, aber auch zahlreiche solitär lebende Arten. Ergänzt wird dieses Bild durch Seidenbienen (Colletidae), die ihre Brutzellen mit einem speziellen Sekret auskleiden, sowie durch die sehr kleine Familie der Melittidae, die vor allem für ihre Spezialisierung auf bestimmte Pollenquellen bekannt ist.

 

(Die Blutbiene (Sphecodes monilicornis) gehört zu den Kuckucksbienen: Sie baut keine eigenen Nester, sondern legt ihre Eier in die Brutzellen anderer Wildbienenarten.)

 

Praxis: Was hilft Wildbienenarten im Garten?

Entscheidend ist ein durchgehendes Blühband von Frühling bis Herbst, kombiniert mit Strukturvielfalt und Ruhe. Früh lassen Weiden und Obstblüten den Tisch reich decken, im Sommer tragen Korb- und Lippenblütler sowie Schmetterlingsblütler (Klee, Wicken) die Hauptlast, und im Spätsommer/Herbst schließen Astern und Efeu Lücken. Offene Bodenstellen, Totholz, markhaltige Stängel und saubere Hohlräume mit passenden Durchmessern fördern Boden- und Hohlraumnister; eine flache Trinkstelle und der Verzicht auf Gifte runden das Paket ab.

 

Häufige Fragen

Wie viele Bienenarten gibt es?

Weltweit ca. 20.000, in Europa etwa 2.000, in Deutschland rund 600 – mit laufenden Anpassungen durch Forschung.

Welche Bienenarten gibt es?

Grob: Honigbienen, Hummeln, zahlreiche Wildbienenarten und Kuckucksbienen; in Deutschland u. a. Mauer-, Sand-, Schmal-, Blattschneider-, Pelz- und Seidenbienen.